Allgemeine Geschäftsbedingungen
§ 1 Geltungsbereich und Rolle von Passly
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelten für die Nutzung der Plattform Passly (getpassly.de), betrieben von Emil Lange, Vingerstr. 47, 81375 München („Passly“, „wir“).
(2) Passly ist eine Vermittlungsplattform: Veranstalter können über Passly Tickets für ihre Veranstaltungen anbieten; Gäste können diese Tickets kaufen, aufbewahren und am Einlass vorzeigen. Der Vertrag über den Besuch der Veranstaltung (Veranstaltungsvertrag) kommt ausschließlich zwischen dem Gast und dem jeweiligen Veranstalter zustande. Passly wird nicht Vertragspartner des Veranstaltungsvertrags und schuldet nicht die Durchführung der Veranstaltung.
(3) Teil A dieser AGB gilt für alle Nutzer, insbesondere Ticketkäufer. Teil B gilt ergänzend für Veranstalter.
Teil A: Für alle Nutzer
§ 2 Konto
(1) Tickets werden in einem Passly-Konto verwahrt und vorgezeigt. Die Anmeldung erfolgt mit einer gültigen E-Mail-Adresse über einen Bestätigungscode; ein Passwort wird nicht vergeben.
(2) Soweit der Veranstalter dies zulässt, kann der Kauf auch ohne Anmeldung abgeschlossen werden (Gastbestellung). Passly legt dann zu der beim Kauf angegebenen E-Mail-Adresse ein Konto ohne Anmeldung an, in dem das Ticket verwahrt wird, und sendet dem Gast per E-Mail einen Bestell-Link, über den das Ticket vorgezeigt werden kann. Der Link ist an das Gerät gebunden, auf dem er zuerst geöffnet wird; für ein anderes Gerät kann der Gast über die Bestellseite jederzeit einen neuen Link an dieselbe E-Mail-Adresse anfordern, womit der bisherige Link ungültig wird. Meldet sich der Gast später mit dieser E-Mail-Adresse an, wird das Konto zu einem regulären Passly-Konto und der Bestell-Link erlischt; das Ticket ist dann nur noch über das Konto abrufbar.
(3) Du bist verpflichtet, den Zugang zu deinem E-Mail-Postfach sowie einen dir zugesandten Bestell-Link vor dem Zugriff Dritter zu schützen, da darüber auf dein Konto und deine Tickets zugegriffen werden kann.
§ 3 Ticketkauf und Vertragsschluss
(1) Die Darstellung eines Events auf Passly ist kein bindendes Angebot, sondern eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots durch den Gast.
(2) Mit Abschluss des Bezahlvorgangs auf der Bezahlseite unseres Zahlungsdienstleisters Stripe gibt der Gast ein verbindliches Angebot zum Erwerb der ausgewählten Tickets ab. Der Vertrag mit dem Veranstalter kommt mit der Zahlungsbestätigung zustande. Der Gast erhält eine Bestätigung mit den Ticket-Links per E-Mail.
(3) Zur Vermeidung von Überverkauf werden die ausgewählten Tickets mit Beginn des Bezahlvorgangs reserviert. Die Reservierung gilt längstens 30 Minuten. Ist der Bezahlvorgang nach fünf Minuten nicht abgeschlossen, kann die Reservierung vorzeitig aufgehoben werden, wenn andere Gäste die Plätze nachfragen; der Bezahlvorgang wird in diesem Fall abgebrochen. Eine bereits abgeschlossene Zahlung bleibt hiervon unberührt.
§ 4 Preise und Servicegebühr
(1) Es gilt der beim jeweiligen Event ausgewiesene Ticketpreis. Dieser wird vom Veranstalter festgelegt und steht diesem vollständig zu.
(2) Für jedes verkaufte Ticket erhebt Passly eine Servicegebühr in Höhe von 7,9 % des Ticketpreises bis 15,00 €, zuzüglich 5,9 % des darüber hinausgehenden Anteils bis 50,00 € und 4,5 % des darüber hinausgehenden Anteils, mindestens jedoch 0,99 € je Ticket. Der jeweilige Satz gilt nur für den Teil des Ticketpreises, der in die betreffende Stufe fällt. Wer sie trägt, legt der Veranstalter je Event fest: der Gast zusätzlich zum Ticketpreis, beide je zur Hälfte, oder der Veranstalter allein. Der auf den Gast entfallende Anteil wird vor Abschluss des Kaufs ausgewiesen; trägt der Veranstalter die Gebühr vollständig, ist der ausgewiesene Ticketpreis der Endpreis. Für kostenlose Tickets fällt keine Servicegebühr an.
(3) Sagt der Veranstalter ein Event ab, erhalten die Gäste den vollen gezahlten Betrag einschließlich der Servicegebühr erstattet. Die Entgelte, die der Zahlungsdienstleister für die ursprüngliche Zahlung erhoben hat und bei einer Erstattung nicht zurückerstattet, trägt der Veranstalter. Passly reicht ausschließlich diese tatsächlich angefallenen Fremdkosten weiter, nicht die eigene Servicegebühr, und behält sie von der nächsten Auszahlung an den Veranstalter ein. Die Höhe ist im Veranstalter-Konto einsehbar.
(4) Fordert ein Gast eine Zahlung über seinen Zahlungsdienstleister zurück (Chargeback) und geht der Fall zulasten des Veranstalters aus, erhebt der Zahlungsdienstleister hierfür ein gesondertes Entgelt. Passly reicht dieses Entgelt in der tatsächlich angefallenen Höhe an den Veranstalter weiter und behält es von der nächsten Auszahlung ein. Endet der Fall zugunsten des Veranstalters, entfällt die Weiterbelastung vollständig. Weitergereicht wird ausschließlich das Entgelt des Zahlungsdienstleisters, nicht die Servicegebühr von Passly. Die Höhe ist im Veranstalter-Konto einsehbar.
§ 5 Bezahlung
Die Bezahlung erfolgt über die Stripe Payments Europe, Ltd. (Dublin, Irland) mit den dort angebotenen Zahlungsmitteln. Passly speichert keine Kartendaten. Passly nimmt Zahlungen für den Veranstalter entgegen; die Zahlung an Passly hat schuldbefreiende Wirkung gegenüber dem Veranstalter.
§ 6 Ticket, QR-Code und Einlass
(1) Jedes Ticket ist ein einzigartiges, personengebundenes digitales Ticket, das im Passly-Konto des Gastes hinterlegt wird. Der Einlass erfolgt über einen sich minütlich erneuernden QR-Code, der nur im angemeldeten Konto angezeigt wird.
(2) Jedes Ticket berechtigt zum einmaligen Einlass. Hat der Veranstalter für sein Event den Wiedereinlass freigeschaltet, kann der Gast den Veranstaltungsort verlassen und mit demselben Ticket erneut eingelassen werden; zwischen zwei Scans desselben Tickets gilt eine vom Veranstalter festgelegte Sperrzeit. Ein Saisonpass berechtigt zum jeweils einmaligen Einlass zu jedem im Pass enthaltenen Termin.
(3) Kopien, Screenshots oder Abfotografien des QR-Codes berechtigen nicht zum Einlass.
(4) Offline-Ticket: Für Veranstaltungsorte ohne Netzverbindung kann der Gast zu seinem Ticket zusätzlich ein Offline-Ticket als PDF erzeugen. Es trägt einen unveränderlichen QR-Code, der auf Vor- und Nachname sowie Geburtsdatum des Gastes ausgestellt ist; diese Angaben sind Bestandteil des Codes und können nachträglich nicht geändert werden. Am Einlass ist zum Offline-Ticket ein amtlicher Lichtbildausweis vorzulegen; stimmen die Angaben nicht überein, kann der Einlass verweigert werden. Das Offline-Ticket ist nicht übertragbar. Es verliert seine Gültigkeit, sobald das zugehörige Ticket eingelöst, weitergegeben, zurückgegeben oder erstattet wurde.
(5) Für die Einlasskontrolle und etwaige zusätzliche Einlassbedingungen (z. B. Altersgrenzen) ist der Veranstalter verantwortlich.
(6) Passly Proof:Passly hält jeden Zustandswechsel eines Tickets (Ausstellung, Weitergabe, Einlass, Widerruf) in einem öffentlichen Register fest, dessen jeweiligen Stand Passly unterschreibt. Mit dem Prüfcode, der im Konto zu jedem Ticket angezeigt wird, kann der Gast oder eine Person, der er den Code gibt, die Einträge des Tickets auf getpassly.de/proof oder mit eigenen Werkzeugen nachprüfen. Die Prüfung ist ein kostenloser Zusatz; über die Gültigkeit eines Tickets am Einlass entscheidet allein die Einlasskontrolle nach Abs. 1 bis 3. Sechs Monate nach dem letzten Tag der Veranstaltung löscht Passly den Schlüssel des Tickets (Einzelheiten in der Datenschutzerklärung, Ziffer 7); danach ist das Ticket über getpassly.de/proof nicht mehr prüfbar. Für Tickets, die vor Einführung von Passly Proof ausgestellt wurden, enthält das Register nur die Ausstellung an den Inhaber zum Zeitpunkt der Übernahme sowie spätere Einlässe und Widerrufe, nicht aber frühere Weitergaben.
§ 7 Weitergabe von Tickets
(1) Tickets können über die dafür vorgesehene Funktion per Übergabe-Link an eine andere Person weitergegeben werden. Mit Annahme der Übergabe gehen alle Rechte aus dem Ticket auf die annehmende Person über; der QR-Code des bisherigen Inhabers und ein für das Ticket erzeugtes Offline-Ticket verlieren ihre Gültigkeit. Der Übergabe-Link ist ein Berechtigungsnachweis: Wer ihn kennt, kann das Ticket annehmen. Er ist daher nur der Person zu übermitteln, die das Ticket erhalten soll.
(2) Eine Weitergabe außerhalb dieser Funktion ist technisch nicht möglich und nicht Bestandteil der Leistung. Der gewerbliche Weiterverkauf von Tickets kann durch den Veranstalter untersagt sein.
§ 8 Kein Widerrufsrecht
Belehrung:Ein Widerrufsrecht besteht beim Kauf von Tickets nicht. Gemäß § 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB sind Verträge über Dienstleistungen im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen vom Widerrufsrecht ausgenommen, wenn der Vertrag, wie bei Veranstaltungen mit festem Termin, einen spezifischen Zeitpunkt oder Zeitraum für die Erbringung vorsieht. Jeder Ticketkauf ist daher verbindlich; eine Rückgabe ist ausgeschlossen, soweit nicht § 9 oder § 9a etwas anderes bestimmt.
§ 9 Absage, Verlegung und Erstattung
(1) Wird eine Veranstaltung abgesagt oder wesentlich verlegt, richten sich Erstattungsansprüche gegen den Veranstalter als Vertragspartner des Veranstaltungsvertrags.
(2) Passly unterstützt die Rückabwicklung technisch: Vom Veranstalter veranlasste Erstattungen werden über denselben Zahlungsweg zurückgezahlt; die betroffenen Tickets verlieren ihre Gültigkeit.
(3) Sagt der Veranstalter die Veranstaltung ab, erstattet Passly dem Gast zusammen mit dem Ticketpreis auch die Servicegebühr. Bei einer bloßen Verlegung besteht kein Anspruch auf Erstattung der Servicegebühr.
(4) Erstattet der Veranstalter ein einzelnes Ticket auf Bitte des Gastes oder aus eigenem Entschluss, erhält der Gast den für dieses Ticket gezahlten Betrag einschließlich der Servicegebühr auf das ursprüngliche Zahlungsmittel zurück; das Ticket verliert seine Gültigkeit. Ein Anspruch des Gastes auf eine solche Erstattung besteht nicht; die Entscheidung liegt beim Veranstalter. Die vom Zahlungsdienstleister einbehaltenen Entgelte trägt der Veranstalter entsprechend § 4 Abs. 3.
§ 9a Rückgabe und Neuverkauf
(1) Der Veranstalter kann für ein Event die Rückgabe von Tickets freischalten. Ob sie für ein Event verfügbar ist, wird im Passly-Konto beim jeweiligen Ticket angezeigt. Ist sie freigeschaltet, kann der Gast ein noch nicht eingelöstes Ticket bis zum Tag vor der Veranstaltung über sein Passly-Konto zur Rückgabe anbieten.
(2) Mit dem Angebot verliert das Ticket seine Gültigkeit, und der Platz wird zum ursprünglichen Ticketpreis erneut zum Verkauf gestellt. Ein Verkauf zu einem höheren als dem ursprünglichen Preis ist nicht möglich. Der neue Käufer erwirbt das Ticket über den regulären Kaufvorgang nach § 3.
(3) Wird der Platz erneut verkauft, erstattet Passly dem Gast den für das Ticket gezahlten Ticketpreis abzüglich einer Rückgabegebühr in Höhe von 10 % des Ticketpreises, mindestens jedoch 1,00 €, auf das ursprüngliche Zahlungsmittel. Eine beim Kauf gezahlte Servicegebühr wird nicht erstattet. Der zu erwartende Erstattungsbetrag wird vor Abgabe des Angebots angezeigt.
(4) Wird der Platz bis zum Tag der Veranstaltung nicht erneut verkauft, erhält der Gast sein Ticket in gültiger Form zurück; ein Anspruch auf Erstattung besteht in diesem Fall nicht. Bis zum Neuverkauf kann der Gast das Angebot jederzeit zurücknehmen; das Ticket wird dann wieder gültig.
(5) Die Rückgabe ist nicht möglich für Saisonpässe, kostenlose Tickets, an der Abendkasse erworbene Tickets, bereits eingelöste Tickets sowie für Käufe, die länger als 150 Tage zurückliegen.
§ 10 Haftung von Passly
(1) Passly haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit.
(2) Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet Passly nur für die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Pflichten, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Nutzer regelmäßig vertrauen darf), begrenzt auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden.
(3) Die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz bleibt unberührt. Für die Durchführung der Veranstaltung haftet ausschließlich der Veranstalter.
Teil B: Zusätzlich für Veranstalter
§ 11 Leistungen von Passly für Veranstalter
(1) Passly stellt Veranstaltern die Plattform zum Anlegen von Events, den Ticketverkauf mit automatischer Kapazitätssteuerung, die Ausstellung gegen Kopie und Fälschung geschützter digitaler Tickets, die Einlass-Scanfunktion und die Auszahlung der Ticketerlöse bereit.
(2) Der Veranstalter erhält den von ihm festgelegten Ticketpreis abzüglich des von ihm gewählten Anteils an der Servicegebühr (§ 4 Abs. 2). Wählt er die Voreinstellung „Gast zahlt“, erhält er 100 % des von ihm festgelegten Ticketpreises.
(3) Zusätzliche Funktionen („Passly Pro“) bietet Passly gegen ein Entgelt als Abonnement mit monatlicher oder jährlicher Laufzeit an. Der jeweils gültige Preis wird vor Abschluss im Bestellvorgang angezeigt und ist für die gewählte Laufzeit im Voraus fällig. Das Abonnement verlängert sich jeweils um die gewählte Laufzeit, wenn es nicht bis zum Ende der laufenden Laufzeit gekündigt wird; die Kündigung ist jederzeit in der Abo-Verwaltung möglich und wirkt zum Ende der laufenden Laufzeit. Eine anteilige Erstattung bereits gezahlter Entgelte für die restliche Laufzeit erfolgt nicht. Ein Wechsel von monatlicher auf jährliche Laufzeit ist jederzeit möglich; bereits gezahlte Monatsentgelte werden dabei angerechnet.
(4) Abendkasse:Der Veranstalter kann Tickets über die Einlassfunktion auch vor Ort gegen Barzahlung ausgeben. Passly wickelt dabei keine Zahlung ab; der vereinnahmte Betrag verbleibt beim Veranstalter. Der Preis an der Abendkasse entspricht dem Preis, den ein Gast im Online-Vorverkauf für dasselbe Ticket zahlt, einschließlich des auf den Gast entfallenden Anteils der Servicegebühr. Die Servicegebühr nach § 4 Abs. 2 fällt für diese Tickets in voller Höhe an und wird von der nächsten Auszahlung an den Veranstalter einbehalten. Die offenen Beträge sind im Veranstalter-Konto einsehbar.
(5) Kostenlose Tickets:Je Event können ohne Passly Pro bis zu 500 kostenlose Tickets angeboten werden; mit Passly Pro gilt die allgemeine Kapazitätsgrenze je Event von 10.000 Tickets. Die Grenze wird beim Anlegen und Bearbeiten des Events geprüft; für Events, die vor Einführung der Grenze angelegt wurden, bleibt die bestehende Kapazität erhalten.
(6) Nachzählen mit Passly Proof:Der Veranstalter kann im Dashboard mit dem Schlüssel seines Events im öffentlichen Register (§ 6 Abs. 6) nachzählen, wie viele Tickets ausgestellt, eingelassen und widerrufen wurden, und dazu eine Datei für die eigene Prüfung, etwa durch einen Kassenprüfer, herunterladen. Passly löscht den Schlüssel eines Events mit Ablauf des Kalenderjahres, das auf das Event folgt; danach ist das Nachzählen nur noch mit einer zuvor heruntergeladenen Datei möglich. Die Zählung ersetzt nicht die Abrechnung nach § 12; maßgeblich für Auszahlungen sind die Buchungen der Plattform und des Zahlungsdienstleisters.
§ 12 Auszahlung und Identitätsprüfung
(1) Auszahlungen erfolgen über Stripe Connect auf das vom Veranstalter hinterlegte Bankkonto. Voraussetzung ist der Abschluss der von Stripe durchgeführten, gesetzlich vorgeschriebenen Identitätsprüfung. Bis zu deren Abschluss ist der Verkauf kostenpflichtiger Tickets nicht möglich.
(2) Ticketerlöse werden nicht bereits mit dem Verkauf, sondern erst nach der Veranstaltung ausgezahlt. Maßgeblich ist das Veranstaltungsdatum: Die Auszahlung erfolgt frühestens am Tag nach der Veranstaltung, bei der ersten Auszahlung eines Veranstalters frühestens drei Tage nach der Veranstaltung. Diese Frist dient der Abwicklung von Absagen, Erstattungen und Rückbuchungen. Der Veranstalter kann je Event eine längere Haltefrist festlegen; eine Verkürzung unter die vorstehenden Fristen ist nicht möglich. Bei Saisonpässen, die mehrere Termine umfassen, tritt an die Stelle des Veranstaltungsdatums das Kaufdatum.
(3) Der Veranstalter kann je Event eine vorzeitige Auszahlung beantragen. Über den Antrag entscheidet Passly nach billigem Ermessen; ein Anspruch auf vorzeitige Auszahlung besteht nicht. Eine Freigabe gilt nur für die im Zeitpunkt der Entscheidung offenen Beträge dieses Events.
(4) Bei Zahlungsstreitigkeiten (Chargebacks), Rückerstattungen oder begründetem Betrugsverdacht kann Passly Auszahlungen ganz oder teilweise zurückhalten, bis der Sachverhalt geklärt ist. Bereits ausgezahlte, aber vom Gast wirksam zurückgeforderte Beträge hat der Veranstalter zu erstatten.
§ 13 Pflichten des Veranstalters
(1) Der Veranstalter ist verantwortlich für:
- die ordnungsgemäße Durchführung der Veranstaltung und die Erfüllung des Veranstaltungsvertrags gegenüber den Gästen,
- die Richtigkeit und Rechtmäßigkeit aller Eventangaben (Beschreibung, Bilder, Preise) einschließlich der Rechte an verwendeten Bildern,
- die Einhaltung aller ihn treffenden gesetzlichen Pflichten, insbesondere gewerbe-, steuer- und preisangabenrechtlicher Art sowie, bei gewerblichem Handeln, eigener Informationspflichten gegenüber Verbrauchern,
- die Abwicklung von Erstattungen bei Absage oder Verlegung (§ 9).
(2) Der Veranstalter stellt Passly von Ansprüchen Dritter frei, die auf einer Verletzung dieser Pflichten beruhen, einschließlich der erforderlichen Rechtsverteidigungskosten.
(3) Passly kann Events sperren oder löschen, die gegen gesetzliche Vorschriften oder diese AGB verstoßen.
(4) Soweit Passly personenbezogene Daten der Gäste im Auftrag des Veranstalters verarbeitet (Gästeliste, Einlass, Nachrichten an Gäste, Export), gilt die Vereinbarung zur Auftragsverarbeitungnach Art. 28 DSGVO. Sie wird mit dem Anlegen des Veranstalter-Kontos Bestandteil dieses Vertrags.
(5) Der Veranstalter kann weitere Personen in sein Veranstalter-Konto einladen und ihre Rechte festlegen (Teamzugänge; ohne Pro bis zu fünf Zugänge einschließlich des Inhabers). Handlungen seiner Teammitglieder im Veranstalter-Konto, etwa das Anlegen oder Absagen von Events, Erstattungen oder Verkäufe an der Abendkasse, muss er sich wie eigene zurechnen lassen. Verbindung eines Bankkontos, Buchung und Kündigung von Pro sowie die Übergabe des Kontos bleiben dem Inhaber vorbehalten. Übergibt der Inhaber das Konto an ein Teammitglied, tritt dieses mit der Annahme in die Rechte und Pflichten aus diesem Vertrag ein; der bisherige Inhaber haftet für Verbindlichkeiten, die bis zur Übergabe entstanden sind, neben ihm fort.
§ 14 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Gegenüber Verbrauchern gilt diese Rechtswahl nur, soweit ihnen dadurch nicht der Schutz zwingender Bestimmungen des Staates ihres gewöhnlichen Aufenthalts entzogen wird.
(2) Ist der Nutzer Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen, ist Gerichtsstand der Sitz von Passly.
(3) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.
(4) Änderungen dieser AGB.Passly kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, wenn dafür ein sachlicher Grund besteht, insbesondere neue oder geänderte Funktionen, geänderte Gesetze oder Rechtsprechung oder Anforderungen von Zahlungsdienstleistern, und das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung nicht zum Nachteil des Nutzers verschoben wird. Für jeden Ticketkauf gilt die beim Kauf einbezogene Fassung (§ 3). Für das Konto gilt die Fassung, auf die bei der Anmeldung hingewiesen wurde; über spätere Änderungen informiert Passly bei der nächsten Anmeldung oder per E-Mail.
(5) Änderungen von Teil B teilt Passly dem Veranstalter mindestens sechs Wochen vor ihrem Inkrafttreten in Textform mit (E-Mail oder Hinweis im Dashboard) und bittet um Zustimmung. Eine Zustimmung durch Schweigen gibt es nicht. Stimmt der Veranstalter nicht zu, gelten für ihn die bisherigen Bedingungen weiter; beide Seiten können das Nutzungsverhältnis dann mit einer Frist von vier Wochen kündigen. Events, die vor dem Inkrafttreten angelegt wurden, werden in jedem Fall zu den Bedingungen abgewickelt, die bei ihrem Anlegen galten, insbesondere zur damaligen Servicegebühr.